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Die Vorbesitzer

Die Vorbesitzer


Anker in Bürgstadt

Anker in Bürgstadt

Der älteste Besitzer, der feststellbar war, ist Johann Schneider, geboren am 26.8.1641. Er war Gastwirt und auch Ratsherr (soviel wie heute Gemeinderat).  Er heiratete Anna Maria, die am 17.9.1715  starb und zu diesem Zeitpunkt über 70 Jahre alt war. 8 Kinder gingen aus dieser Ehe hervor.

 

Johann Valentin Faht, geboren am 21.5.1686 war Gastwirt im Anker. Er war außerdem Müller in der Untermühle. Am 22.11.1712 heiratete er Margarete Englert die am 5.1.1691 geboren wurde und am 27.8.1728 starb.

 

6 Kinder stammen aus dieser Ehe, darunter Johann Blasius, später als Pater Urban OFM, bekannt. Danach heiratete er am 23.1.1729 Maria Barbara Ulzemer aus Freudenberg.1732 ertrank Johann Valentin Faht beim „Michelswasser“. Die Mutter von Johann Valentin Faht, Anna Maria geb.  Klug war Tochter des Miltenberger Ankerwirts Michael Klug.

 

Franz Jakob Helmstetter, geboren am 12.3.1706 war 1739 Ankerwirt. Lt. einer Chronik der Familie Elbert übernahm er sie im Jahre 1730. Er heiratete am 7.8.1731 Anna Maria Müller aus Miltenberg. 5 Kinder stammen aus dieser Ehe. Am 9.4.1738 starb die 1. Frau. Er heiratete dann seine zweite Frau Maria Katharina, die am 27.3.1749 verstarb. Aus dieser Ehe stammten 4 Kinder. Danach heiratete er in 3. Ehe am 4.9.1749 Magdalena verw. Dietrich aus Würzburg. Aus dieser Ehe stammten nochmals 6 Kinder. Er starb am 6.11.1788.

Der Bauer Franz
Josef Frankenberger, geboren 17.7.1766 war 1791 Ankerwirt. Er heiratete Anna Maria Barbara Kettinger. Er starb am 1.8.1828 an Leberverhärtung. Zu diesem eitpunkt wohnt er in der Gr.-Maingasse 212 (heute: Nr. 6, Anwesen Maria Gehrlich).
Johann Nikolaus Hench, geboren am 12.11.1771 war ebenfalls Ankerwirt. Er heiratete am 21.10.1794 Katharina Margareta Sturm, die am 20.3.1803 an hektischem Fieber starb. Aus dieser Ehe stammten 4 Kinder. Am 29.5.1803 heiratete er seine zweite Frau Ursula Madler, die am 6.2.1834 starb. Aus dieser Ehe stammte 1 Kind. Er starb am 27.3.1842.

 

In der Zeit nach 1810 führte in Bürgstadt der Ankerwirt Nikolaus Hennig (eben: Johann Nikolaus Hench) einen hartnäckigen Kampf gegen die Häckerwirtschaften. Wohl auf seine Anzeige hin schrieb das Miltenberger Justizamt an den Bürgstadter Schultheißen am 3.8.1811, in Bürgstadt seien nur zwei Häckerwirtschaften erlaubt, aber zur Zeit schenkten 5 Häckerwirte aus. Das Amt verlangte kategorisch eine Reduzierung.

 

Am 14.8.1811 erließt das Justizamt ein „Resolutum“, wonach der Entscheid des Oberamts von 1783 genau einzuhalten sei. Daraufhin wies der Ankerwirt das Ortsgericht Bürgstadt in einem Schreiben vom 31.10.1811 in drohendem Ton auf dieses „Resolutum“ hin und erklärte, dieses werde nicht überwacht: zur Zeit gebe es drei Häckerwirte und einer davon schenke längst über die erlaubte Zeit aus. Als die Gemeinde sich nicht beeilte, seiner Forderung nachzukommen, machte der Ankerwirt beim Justizamt Anzeige, die Gemeinde habe eine Versammlung gehalten und beraten, wie vier Häckerwirtschaften zu gleicher Zeit und für jede das Recht, sechs Wochen zu zapfen, durchgesetzt werden könne.

 

Auch am 5.7.1812 erinnert Ankerwirt Hennig in scharfem Ton die Gemeindeväteran das justizamtliche Resolutum von 1811.
1804 richtete der Bürgstadter Ankerwirt Nikolaus Hennig ein Gesuch an das Fürstlich-Leiningische Oberamt in Miltenberg, einen Steg „über die Erfbach legen“ zu dürfen. Zur Begründung führte er an, die Bürger von Miltenberg, insbesondere die Honoratioren und Geschäftsleute hätten ein Bedürfnis nach Erholung. Sie wollten am Main entlang Spaziergänge machen. Er habe den Garten seiner Ankerwirtschaft ausgebaut und schön angelegt.

 

Altes Erfbrückle in Bürgstadt

Altes Erfbrückle in Bürgstadt

Wenn es einen Steg über die Erf gäbe, könnten die Spaziergänger dorthin gelangen und vor ihrem Rückweg Rast machen. Einziges Hindernis hierfür sei die Fürstlich-Leiningische Kresswiese. Dem Gesuch liegt eine Skizze des Geometer Mantel bei, die zeigt, daß der geplante Steg genau dort liegt, wo sich auch heute das „untere Erfbrückle“ befindet. Es wird eine Einverständniserklärung des Erbbeständers Franz Anton Bachmann vom 5.8.1804 vorgelegt, daß der Pfad über seine Wiese gehen dürfe gegen eine angemessene jährliche Entschädigung.

 

Am 4.9.1804 sagt die Amtskellerei hierzu, Pfad und Steg seien grundsätzlich zu begrüßen. Der bisherige Wiesenpfad sei aber nicht befestigt und der Bach sei an der Stelle, wo der Steg errichtet werden soll, ausgeschwemmt. Es sei auch zu bedenken, daß sich der Ankerwirt durch die Maßnahme gegenüber den anderen Wirten einen großen Vorteil verschaffe.

 

In jedem Fall müsse der bisherige Pfad im Einvernehmen mit den Grundstücksbesitzern um einen halben Schuh verbreitert werden. Die Gemeinde Bürgstadt hatte den Plan befürwortet, auch der Untermüller Eck hatte als unmittelbarer Angrenzer des geplanten Stegs nichts einzuwenden. Der Steg wurde gebaut und ein Zugang durch die Kresswiesen geschaffen.

3 years, 5 months ago Kommentare deaktiviert für Die Vorbesitzer
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